Fehlerkosten im Qualitätsmanagement: Bedeutung und Zehnerregel einfach erklärt

Fehlerkosten gehören zu den teuersten, gleichzeitig aber am wenigsten transparenten Verlustarten in der Produktion. Besonders kritisch: Die wirtschaftliche Wirkung der Fehlerkosten geht meist weit über den eigentlichen Fehler hinaus. Denn ein großer Teil dieser Kosten wird erst spät erkannt oder gar nicht erfasst. Dabei entstehen Fehlerfolgekosten durch unnötige Personal- und Maschinenbelegung, erhöhten Materialverbrauch, zusätzlichen Abstimmungsaufwand und eine ungenaue Priorisierung von Verbesserungsmaßnahmen.


Letzte Änderung am 19.01.2026

Das Bild zeigt ein Portrait von Lukas Morys, CEO und Co-Founder bei Scable

Über den Autor:

Lukas Morys

CEO und Co-Founder bei Scable
Podcast-Host bei Factory21

Warum Fehlerkosten zu den größten wirtschaftlichen Verlusttreibern gehören

Gelingt etwas nicht beim ersten Versuch, entstehen Zusatzaufwände.

Diese Zusatzaufwände münden bei Qualitätsabweichungen in Fehlerkosten. Sie entstehen durch fehlerhafte Produkte, instabile Prozesse oder mangelnde Qualitätsstandards. Sie setzen sich aus internen Fehlerkosten und externen Fehlerkosten zusammen – gemeinsam bilden sie die Cost of Non-Quality (CONQ) und sind ein Teil der Qualitätskosten.

Ihr wirtschaftlicher Einfluss ist deutlich größer als die reinen Material- oder Arbeitsaufwände. Denn zu den sichtbaren Kosten kommen oft umfangreiche Fehlerfolgekosten, die nicht dokumentiert werden und deshalb in vielen Unternehmen unterschätzt bleiben.

Warum Fehlerkosten ein zentraler Verlusttreiber sind:

  • Sie binden wertvolle Maschinen-, Schicht- und Personalkapazitäten
  • Sie erhöhen Materialverbrauch und Nacharbeitsaufwände
  • Sie verschlechtern OEE und Personaleffizienz
  • Sie verlängern Durchlaufzeiten und erhöhen den Umlaufbestand
  • Sie gefährden die Liefertermintreue und erzeugen Planungsaufwand
  • Sie können Kundenbeziehungen und Folgeaufträge nachhaltig schädigen

Ohne transparente Fehlerkostenerfassung steuern Unternehmen im Blindflug. Mit einer klaren Ermittlung – zum Beispiel mit einer smarten Betriebsdatenerfassung – werden dagegen die größten Verlustblöcke sofort sichtbar und gezielt reduzierbar.

Erfahren Sie, wie Jidoka und weitere Ansätze dabei helfen, die Fehlerkosten zu senken.

Die Zehnerregel im Qualitätsmanagement (Rule of Ten)

Illustration zur Zehnerregel der Qualitäts- und Fehlerkosten

Illustration zur Zehnerregel der Qualitäts- und Fehlerkosten

Die 10er-Regel beschreibt, wie Fehlerkosten exponentiell steigen, je später der Fehler entdeckt wird.

Beispielhafte Kostenentwicklung:

  • Wird ein Fehler im Prozess erkannt und behoben, kostet das ca. 10 €
  • Wird ein Fehler einige Prozessschritte später entdeckt und behoben, kostet das bereits ca. 100 €
  • Wird ein Fehler erst beim Kunden entdeckt und muss dann behoben werden, entstehen Kosten von ca. 1.000 € oder mehr

Es gilt deswegen: Je später ein Fehler erkannt wird, desto teurer wird er. Die Gründe:

  1. Aufwändigere Fehlersuche: Je länger ein Fehler zurückliegt, desto schwieriger wird es, die Umstände aufzudecken, die zum Fehler geführt haben.
  2. Verlorene Kapazität: Fehlerhafte Produkte werden von Folgeprozessen weiterbearbeitet, deren Produktionszeit sich später als unnötig herausstellt.
  3. Komplexere Nacharbeit: Durch den weiteren Bearbeitungsfortschritt wird die Fehlerbehebung aufwändiger.
  4. Höhere Prüfkosten: Spät entdeckte Fehler erfordern oft umfangreiche Prüfungen, um betroffene Produkte zu identifizieren.
  5. Logistik-, Service- und Garantiekosten: Außerhalb des Werks entdeckte Fehler verursachen Transport-, Service- und ggf. Haftungskosten.
  6. Langfristige Imageschäden: Vom Kunden entdeckte Fehler schwächen Vertrauen, Markenimage und zukünftige Kaufentscheidungen.

Die Zehnerregel verdeutlicht: Prävention und frühe Fehlererkennung sind zentrale Hebel, um Qualitätskosten zu senken.


Tipps, wie Sie Qualitäts- und Fehlerkosten nachhaltig senken

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Fehlerkosten erkennen, bevor sie teuer werden

Unternehmen, die Qualitätsabweichungen in Echtzeit erfassen, senken ihre Fehlerkosten oft innerhalb weniger Wochen. Digitale Shopfloor-Systeme wie ScableOne machen Abweichungen sichtbar, bevor sie sich im Prozess festsetzen und verhindern so teure Nacharbeit, Ausschuss und Kundenreklamationen.

Sehen Sie im Demovideo, wie ScableOne Sie unterstützt.



Häufige Fragen

Was versteht man unter Fehlerkosten im Qualitätsmanagement? Fehlerkosten bezeichnen alle Aufwände, die durch Qualitätsabweichungen entstehen – von Ausschuss und Nacharbeit bis zu Reklamationen und Garantieaufwänden. Sie umfassen interne Fehlerkosten sowie externe Fehlerkosten und sind Teil der Cost of Non-Quality (CONQ).
Warum steigen Fehlerkosten laut der Zehnerregel exponentiell an? Die Zehnerregel besagt, dass Fehlerkosten etwa um den Faktor 10 steigen, je später ein Fehler entdeckt wird. Grund dafür sind höhere Nacharbeitsaufwände, große Prüfkosten, verlorene Kapazitäten in Folgeprozessen sowie potenzielle Service- und Garantiekosten beim Kunden.
Welche Beispiele gibt es für interne und externe Fehlerkosten? Interne Fehlerkosten entstehen innerhalb der Fertigung und umfassen Ausschuss, Nacharbeit, Maschinenstillstände oder zusätzliche Rüstzeiten. Externe Fehlerkosten treten beim Kunden auf, z. B. Reklamationen, Rücksendungen, Garantie- und Serviceeinsätze oder Image- und Vertrauensverluste.
Wie können Unternehmen Fehlerkosten reduzieren? Fehlerkosten lassen sich durch präventive Qualitätssicherung, stabile Prozesse, Werkerselbstprüfung, Poka Yoke und eine vollständige Fehlererfassung reduzieren. Digitale Shopfloor-Systeme unterstützen dabei, Abweichungen früh zu erkennen und Ursachen gezielt zu beseitigen.
Welche Rolle spielt digitale Fehlererfassung bei der Reduzierung von Fehlerkosten? Digitale Shopfloor-Systeme erfassen Abweichungen in Echtzeit, machen Fehlerkosten transparent und verhindern, dass Fehler unbemerkt weitergegeben werden. Ihre Datenbasis ermöglicht schnellere Entscheidungen, weniger Ausschuss und stabilere Prozesse.

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