Qualitätskosten und Fehlerkosten zählen zu den größten, aber am wenigsten sichtbaren Verlusttreibern in der Fertigung. Viele Werke kämpfen mit schwankender Qualität, wiederkehrenden Fehlern und Nacharbeit, die „nebenbei“ ausgeführt wird. Die Folgen: sinkende OEE, steigende Kosten und gefährdete Lieferfähigkeit.
Wer Qualitätskosten nachhaltig senken will, muss sie ermitteln und braucht klare Kennzahlen, stabile Prozesse und eine systematische Ursachenanalyse.
Letzte Änderung am 19.01.2026
Um Fehlerkosten und Qualitätskosten zu senken, braucht es im ersten Schritt klare, vollständige und konsistente Kennzahlen. Denn nur was transparent und messbar ist, lässt sich verbessern. Viele Fabriken scheitern dabei nicht an fehlender Expertise, sondern an einer unvollständigen oder unsauberen Datengrundlage.
Diese KPIs helfen, Qualitätskosten systematisch zu reduzieren:
| Kennzahl | Intervall | Nutzen | Beschreibung |
| First Pass Yield (FPY) | Täglich | Indikator für Prozessstabilität | Zeigt, wie viele Produkte im ersten Anlauf fehlerfrei produziert werden |
| Anzahl Line-Outs Live / und Line-Ins | Schichtweise | Eindeutige Erfassung von fehlerhaften oder unklaren Teilen; ermöglicht korrekte Ausbringungszahlen | Zeigt, wann welche Anzahl von unklaren oder nachzuarbeitenden Produkten entstanden und zurückgeführt wurden |
| Verlorene Produktionszeit durch Ausschuss und Nacharbeit | Schichtweise | Macht Top-Qualitätsprobleme sichtbar; ermöglicht Priorisierung | Zeigt, welche Produktionskapazität pro Ausschuss- oder Nacharbeitsgrund verloren wurde |
| Reklamationsquote (intern & extern) | Täglich | Macht Reklamationen sofort sichtbar und schafft die Möglichkeit, Folgekosten abzuwenden | Reklamationen werden direkt nach Eingang auf die jeweiligen Produktionsteams heruntergebrochen |
| Fehlerkosten (Controlling-Sicht) | Täglich, ab Produktionsleitung | Ermöglicht Ableitung von Trends und Prüfung der Wirksamkeit eingeleiteter Maßnahmen durch das Management | Zeigt die im ERP-System gebuchten Ausschuss- und Nacharbeitskosten, heruntergebrochen auf einzelne Abteilungen |
| Fehlerquote & Ausschussquote | Täglich | Zeigt, wie viel Prozent der produzierten Einheiten fehlerhaft sind und welche Kategorien die meisten Fehler verursachen | Erfasste Ausschuss- und Fehlerzahlen werden kategorisiert und ins Verhältnis der Produktionsmenge gestellt |
Erfahren Sie, wie sich Qualitätskosten zusammensetzen und ermitteln lassen.
Um Qualitäts- und Fehlerkosten nachhaltig zu senken, braucht es wirksame Ansätze und die passende digitale Unterstützung im täglichen Produktionsablauf. Denn Fehlerkosten lassen sich nur senken, wenn Abweichungen dort sichtbar werden, wo sie entstehen: direkt am Shopfloor und in Echtzeit. Digitale Transparenz ist damit die Voraussetzung, um Qualitätsverluste früh zu erkennen, Prozessstabilität zu sichern und Fehlerfolgekosten zuverlässig zu vermeiden.
Mit digitalen Shopfloor-Systemen wie ScableOne schaffen Sie genau diese Transparenz: Sie erfassen Qualitätsabweichungen unmittelbar im Prozess, machen diese sichtbar und unterstützen Teams dabei, die größten Kostentreiber gezielt zu identifizieren, zu priorisieren und abzustellen.
Die effektivste Methode, Fehlerkosten zu senken, ist es, Fehler gar nicht erst entstehen zu lassen. Die folgenden Prinzipien bilden das Fundament.
Die Bedeutung der Fehlervermeidung in der Lean Production wird anhand des Toyota-Produktionssystem-Haus deutlich. Die erste Säule (durch die japanische Leserichtung von rechts nach links) heißt Jidoka und steht sinnbildlich für „Auf Anhieb richtig“ (englisch: First Time Right).

Abbildung: Toyota Produktionssystem
Das bedeutet:
Die zentrale Kennzahl für diesen Ansatz wird in der First Pass Yield (auch FPY, deutsch: Erstausbeute) Kennzahl verkörpert: Der Anteil der Produkte, die beim ersten Versuch alle Qualitätskriterien erfüllen.
Ein First-Time-Right-Ansatz reduziert Ausschuss, Nacharbeit und Reklamationen nachhaltig. Doch um das zu erreichen, müssen vier Voraussetzungen erfüllt sein:
Die Umsetzung der zweiten Säule des Toyota-Produktionssystem ist das Just-In-Time-Prinzip. Es geht darum, die sogenannte Häufchenbildung zu reduzieren, beziehungsweise in Losgröße Eins zu produzieren. Im Idealzustand, dem sogenannten One-Piece-Flow, wird jedes Teil einzeln und kontinuierlich durch den Prozess geführt. Fehler fallen dadurch sofort auf – nicht erst, wenn das Los fertiggestellt ist.
Das reduziert Ausschuss, vermeidet teure Serienfehler und reduziert die Durchlaufzeiten.
Digitale Umsetzung des Jidoka-Prinzips im One-Piece-Flow
Werkerassistenzsysteme mit digitalen Rückmeldungen machen Fehler bereits beim Entstehen sichtbar und ermöglichen stabile Prozesse, die Grundlage für First-Time-Right und durchgängigen Fluss. Wie sie unterstützen:
Poka-Yoke-Methoden verhindern Fehler bereits am Ursprung. Man unterscheidet:
Digitale Unterstützung für Poka Yoke
Digitale Quality Gates übertragen das Poka-Yoke-Prinzip in den Prozessalltag. Dieser Mechanismus verhindert Fehler im Prozess und sichert reproduzierbare Qualität, indem automatisch geprüft wird, ob alle Schritte korrekt ausgeführt wurden – unabhängig von Variantenvielfalt oder Erfahrung im Team. Digitale Unterstützung durch:
Übermäßige, zu aufwändige oder schlecht platzierte Prüfungen erzeugen hohe Kosten, ohne echte Qualitätsverbesserungen zu liefern.
Ziel ist ein optimales Gleichgewicht aus Prävention, Prozessstabilität und gezielten Prüfungen. Mehr zum optimalen Qualitätsniveau erfahren. Qualitätskosten ermitteln: Das optimale Qualitätsniveau finden
Digitale Unterstützung für effizientes Prüfmanagement
Digitale Prüfprozesse zeigen Fehlerhäufigkeiten, Prozessrisiken und Prüfaufwände in Echtzeit und unterstützen eine präzise, risikobasierte Prüfstrategie. Das sorgt für Transparenz und ein ausgewogenes Verhältnis aus Prävention, Aufwand sowie Qualitätssicherung und verhindert übermäßige oder ungezielte Prüfungen. So unterstützen digitale Prüfprozesse:

Fehler lassen sich nie ganz vermeiden, entscheidend ist der richtige Umgang damit. Die folgenden Methoden und digitale Unterstützung sorgen dafür, dass Abweichungen früh sichtbar, richtig priorisiert und nachhaltig behoben werden.
Qualitätsabweichungen müssen sofort sichtbar werden, nicht erst in der Wochenbesprechung oder in späteren ERP-Auswertungen. Durch ein strukturiertes tägliches Shopfloor Management werden Probleme früh erkannt, Verantwortlichkeiten geklärt und Maßnahmen schnell eingeleitet.
Digitales Shopfloor Management mit integriertem Abweichungsmanagement macht Abweichungen, Ausschuss und Nacharbeit dort sichtbar, wo sie entstehen. Die digitale Umsetzung sorgt nicht nur dafür, dass Probleme früh erkannt, sondern auch klar kommuniziert und systematisch behoben werden. Wie digitales Shopfloor Management unterstützt:

Unterweisungen behandeln Symptome, nicht Ursachen und vermeiden selten langfristig Fehler. Wenn Fehler auftreten, liegt das meist nicht an den Menschen, sondern an Bedingungen wie unklaren Arbeitsanweisungen, fehlender Transparenz oder instabilen Prozessen. Genau diese Ursachen gilt es zu identifizieren.
Effektive Qualitätsarbeit bedeutet somit, Ursachen wirklich zu beseitigen, nicht nur die Symptome.
Bewährte Methoden hierfür:
Digital unterstützte Ursachenanalyse und Problemlösung
Digitale Problemlösungsprozesse unterstützen eine strukturierte und nachvollziehbare Ursachenanalyse. Sie führen Anwender durch standardisierte Methoden wie PDCA, A3 oder 8D und verknüpfen jeden Schritt automatisch mit relevanten Qualitätsdaten. Das sorgt dafür, dass Ursachen zuverlässig identifiziert, Wiederholfehler vermieden und Verbesserungen nachhaltig wirksam werden. Digitale Unterstützung umfasst:
Eine vollständige, strukturierte Erfassung aller Fehler und Verlustarten ist eine der wirksamsten Maßnahmen, um Fehlerkosten nachhaltig zu senken. Nur wenn klar dokumentiert ist, welcher Fehler wann, wo und warum entstanden ist, können Muster erkannt, Ursachen analysiert und Verbesserungen eingeleitet werden.
Dafür braucht es:
Digitale Fehler- und Verlusterfassung ermöglicht es, Fehler, Abweichungen und Verluste direkt am Arbeitsplatz zu erfassen und strukturiert zu dokumentiert. Das schafft eine verlässliche Datenbasis für Ursachenanalysen und gezielte Verbesserungsmaßnahmen. Digitale Unterstützung umfasst:

Ein wesentlicher Teil der Fehlerkosten entsteht bereits vor der eigenen Fertigung, durch instabile Lieferantenqualität. Transparenz über Reklamationen, Qualitätsabweichungen und dadurch verursachte Nacharbeitsaufwände ist entscheidend.
Digital unterstützte Lieferantenqualitätsbewertung schafft Transparenz über die tatsächliche Lieferantenqualität und ermöglicht datengestützte Entscheidungen für stabile Beschaffungs- und Produktionsprozesse. Digitale Unterstützung umfasst:

Methoden und Prozesse wirken erst dann nachhaltig, wenn Mitarbeitende Verantwortung übernehmen, offen mit Fehlern umgehen und Verbesserungen mittragen. Digitale Tools unterstützen dies, indem sie Klarheit im Prozess schaffen und die tägliche Arbeit erleichtern.
Statt die Verantwortung auf Endprüfungen zu verschieben, prüfen Mitarbeitende ihr eigenes Ergebnis direkt während des Arbeitsablaufs. Das macht Fehler sofort sichtbar und reduziert spätere Korrekturen. Weiterhin schafft es die notwendige Sensibilisierung jedes Prozessschritts für das Jidoka-Prinzip.
Digitale Unterstützung für die Werkerselbstprüfung
Digitale Tools unterstützen dabei, dass Qualitätskriterien direkt im Prozess überprüft und von den Werkern selbst abgesichert werden. Digitale Unterstützung umfasst:

Eine reife Fehlerkultur erkennt Fehler als Chance zur Verbesserung, nicht als Anlass zur Schuldfrage. Nur wenn Abweichungen offen gemeldet werden können, entsteht eine konstruktive Fehlerkultur, die Transparenz fördert, Widerholfehler verhindert und eine sachliche Ursachenanalyse unterstützt.
Digitale Unterstützung für Kommunikation und eine konstruktive Fehlerkultur
Digitale Tools erleichtern offene Fehlermeldungen, sorgen für objektive Bewertungen und fördern eine Kultur, in der Abweichungen ohne Schuldzuweisungen gemeldet werden. Digitale Unterstützung umfasst:

Ein funktionierender, kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP) ist das Fundament nachhaltiger Qualitätsverbesserung. Kleine, regelmäßige Verbesserungen erzeugen langfristig große Effekte, besonders bei Fehlerkosten.
Digital unterstützter KVP
Digitale Tools machen kontinuierliche Verbesserung messbar und steuerbar. Sie ermöglichen eine objektive Bewertung von Problemen und schaffen Transparenz über Verbesserungsfortschritte. Digitale Unterstützung umfasst:

Erst die Kombination aus wirksamen (Lean-)Ansätzen und digitaler Unterstützung sorgt dafür, dass Qualitäts- und Fehlerkosten nicht nur sichtbar, sondern aktiv steuerbar werden.
Ein digitales Shopfloor-System macht Abweichungen transparent, unterstützt nachhaltige Problemlösung und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung der Fehlerkosten und der Gesamtkosten für Qualität.
Mehrere Fertigungsunternehmen zeigen, wie digitale Unterstützung am Shopfloor Fehlerkosten, Nacharbeit und Verschwendung drastisch reduziert. Die folgenden Beispiele verdeutlichen, wie stark der Effekt echter Transparenz sein kann:
Fehlerkosten sind kein Randthema, sondern ein betriebswirtschaftlicher Hebel mit direktem Einfluss auf Produktivität, Stabilität, Lieferfähigkeit und EBIT.
Unternehmen, die Qualitäts- und Fehlerkosten konsequent messen und steuern, senken Verluste meist innerhalb weniger Monate. Digitale Shopfloor-Systeme wie ScableOne schaffen dafür die Grundlage.
Sehen Sie in einem kurzen Demovideo, wie ScableOne Fehlerkosten sichtbar macht, Ursachen schneller aufdeckt und Prozesstabilität nachhaltig verbessert.
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