Shopfloor Execution System: So steuern Produktionsunternehmen ihren Shopfloor effizienter und setzen Verbesserungen um

Produktionsunternehmen verfügen heute über zahlreiche Informationen aus Maschinen, Aufträgen und Prozessen. Entscheidend ist, wie diese Informationen am Shopfloor eingesetzt werden.

Ein Shopfloor Execution System macht genau diese Informationen für die tägliche Arbeit am Shopfloor nutzbar. Dazu verbindet es Produktionsdaten und digitale Prozesse mit den Menschen, die die Abläufe täglich ausführen.

Shopfloor Execution Systeme in der zunehmend digitalisierten Produktion

Viele Fabriken haben bereits massiv in Maschinenoptimierung, Automatisierung und Maschinendatenerfassung investiert. Dadurch stehen immer mehr Daten darüber zur Verfügung, was am Shopfloor passiert.

Ein häufig noch nicht ausgeschöpftes Produktivitätspotenzial liegt darin, diese Daten für die Menschen am Shopfloor nutzbar zu machen und ihre tägliche Arbeit zu erleichtern.

Denn auch in zunehmend automatisierten Produktionen sind es Werker und Führungskräfte, die auf Probleme reagieren, Abläufe koordinieren und Entscheidungen treffen. Dabei entstehen Produktivitätsverluste, die in klassischen Maschinenkennzahlen meistens nicht sichtbar werden:

  • Fehlende Informationen,
  • Such- und Wartezeiten,
  • unnötige Wege,
  • Abstimmungsaufwand oder
  • wiederkehrende Probleme.

Somit machen Daten und Transparenz allein die tägliche Arbeit am Shopfloor noch nicht effizienter.

Shopfloor Execution erweitert deshalb den Blick auf Produktivität: Neben Maschinen- und Prozessleistung wird auch die Personaleffizienz Teil der kontinuierlichen Verbesserung.

Dabei ist es wichtig, aus vorhandenen Daten relevante Informationen abzuleiten und sie den Mitarbeitern dann bereitzustellen, wenn sie für Aufgaben oder Entscheidungen benötigt werden. Daten, Automatisierung und digitale Systeme unterstützen die Menschen dabei, unnötigen Aufwand zu reduzieren, schneller zu reagieren und ihre Aufgaben einfacher und stabiler auszuführen.

Ziel ist ein produktiveres Zusammenspiel von Menschen, Maschinen und Prozessen.

Was ist ein Shopfloor Execution System?

Ein Shopfloor Execution System (SES) ist ein Systemansatz, der Menschen am Shopfloor mit relevanten Informationen aus Produktionsplanung, Maschinen und Prozessen verbindet. Ziel ist es, operative Produktionsprozesse wirksamer auszuführen, Qualität von Anfang an sicherzustellen, auf Abweichungen zu reagieren und Prozesse kontinuierlich zu verbessern.

Im Mittelpunkt stehen die Menschen am Shopfloor. Daten und Automatisierung bilden die Grundlage, um bessere Entscheidungen, Handlungen und Prozesse zu ermöglichen.

💡 Gut zu wissen

Shopfloor Execution System ist kein normierter Systembegriff. Scable versteht darunter einen Systemansatz, der insbesondere Produktionsausführung, Mitarbeiterunterstützung und kontinuierliche Verbesserung verbindet.

Welche Vorteile bietet ein Shopfloor Execution System?

Der Nutzen eines SES liegt nicht darin, noch mehr Daten zu erzeugen. Vorhandene Informationen sollen so mit der täglichen Produktionsarbeit verbunden werden, dass Menschen schneller handeln, Probleme gezielter lösen und Prozesse kontinuierlich verbessern können.
So lassen sich Prozessverluste reduzieren, vorhandene Ressourcen produktiver einsetzen und die Leistungsfähigkeit der Produktion nachhaltig verbessern.

  • Weniger Zeit für Suchen und Abstimmen: Auftrags-, Prozess-, Qualitäts- und Maschineninformationen stehen dort zur Verfügung, wo sie benötigt werden.
  • Schneller auf Abweichungen reagieren: Probleme werden sichtbar und können direkt mit Verantwortlichkeiten und Maßnahmen verbunden werden.
  • Qualität direkt im Prozess sicherstellen: Qualitätsanforderungen, Quality Gates und Erkenntnisse aus früheren Problemen fließen direkt in die Produktionsarbeit ein, damit Fehler möglichst gar nicht erst entstehen.
  • Probleme nachhaltig lösen und Verbesserungen verankern: Ursachen, Maßnahmen und Ergebnisse bleiben nachvollziehbar. Erkenntnisse aus Problemlösungen fließen direkt zurück in Standards, Arbeitsanweisungen und Prozesse.

Wie funktioniert ein Shopfloor Execution System?

Shopfloor Execution verbindet Produktionsausführung und kontinuierliche Verbesserung in einem Kreislauf.

Informationen unterstützen die Ausführung. Abweichungen stoßen Verbesserungen an. Erkenntnisse aus gelösten Problemen werden für zukünftige Prozesse nutzbar.

Im Produktionsalltag lässt sich dieser Kreislauf in vier Schritte gliedern:

1. Ausführen

Mitarbeiter erhalten die Informationen und Werkzeuge, die sie für Auftrag, Arbeitsplatz und aktuelle Situation benötigen – beispielsweise Arbeitsanweisungen, Maschineninformationen oder Qualitätsanforderungen.

Grafik zum Shopfloor Execution Modell

Gleichzeitig entstehen während der Ausführung neue Betriebs-, Maschinen-, Prozess- und Qualitätsdaten.

2. Steuern

Daten und Rückmeldungen zeigen, wo die tatsächliche Ausführung vom gewünschten Zustand abweicht.

Mitarbeiter und Führungskräfte können reagieren, Verantwortlichkeiten klären und Maßnahmen einleiten und nachverfolgen.

3. Verbessern

Relevante oder wiederkehrende Probleme werden nicht nur kurzfristig behoben. Ursachen werden analysiert, Verbesserungsmaßnahmen umgesetzt und deren Wirkung überprüft.

4. Lernen

Erkenntnisse aus gelösten Problemen fließen zurück in Standards, Arbeitsanweisungen und zukünftige Entscheidungen.

Der verbesserte Prozess bildet damit die Grundlage für die nächste Ausführung.

Welche Bereiche verbindet ein Shopfloor Execution System?

Ein SES hat keinen fest definierten Funktionsumfang. Welche Funktionen benötigt werden, hängt von den Produktionsprozessen, dem Automatisierungsgrad, der bestehenden IT-Landschaft und den jeweiligen Herausforderungen ab. Entscheidend ist die Verbindung von Produktionsausführung, Steuerung und kontinuierlicher Verbesserung.

Typische Funktionsbereiche sind:

1. Produktionsausführung

2. Produktionssteuerung und Verbesserung

3. Instandhaltung

Wie hängt Shopfloor Execution mit Shopfloor Management und Lean Production zusammen?

Lean Production liefert die Prinzipien für stabile Prozesse, die Reduzierung von Verschwendung und kontinuierliche Verbesserung.
Shopfloor Management verankert diese Prinzipien in der täglichen Führung.
Shopfloor Execution verbindet sie mit der operativen Produktionsausführung und den dafür relevanten Informationen und digitalen Prozessen.

Wie ordnet sich ein SES in die Produktions-IT ein?

Ein Shopfloor Execution System kann bestehende ERP- und MES-Systeme ergänzen und Informationen aus unterschiedlichen Produktionssystemen für die operative Arbeit nutzbar machen.

MES und SES können sich funktional überschneiden. Während ein MES insbesondere Fertigungsprozesse digital abbildet, steuert, überwacht und dokumentiert, verbindet Shopfloor Execution die Produktionsausführung stärker mit Mitarbeiterunterstützung und kontinuierlicher Verbesserung.

Cover des Wissens-Artikels zu MES vs. SES

MES oder SES: Welcher Ansatz passt zu Ihrer Produktion?

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Wann ist ein Shopfloor Execution System sinnvoll?

Ein Shopfloor Execution System ist besonders interessant, wenn Informationen und digitale Systeme bereits vorhanden sind, im Produktionsalltag aber weiterhin Medienbrüche, manuelle Abstimmungen oder getrennte Prozesse bestehen.

Typische Anzeichen sind:

  • Informationen sind vorhanden, aber verteilt: Mitarbeiter suchen Auftrags-, Arbeits-, Qualitäts- oder Maschineninformationen in unterschiedlichen Systemen, Dokumenten oder Listen.
  • Abweichungen führen nicht konsequent zu Verbesserungen: Probleme werden erkannt und kurzfristig gelöst, Verantwortlichkeiten, Folgemaßnahmen und Erkenntnisse aber nicht systematisch weiterverfolgt und genutzt.
  • Shopfloor Management und Produktionsausführung sind getrennt: Kennzahlen und Probleme werden besprochen, sind aber nicht direkt mit den operativen Prozessen verbunden.
  • Wissen fließt nicht zurück in die Ausführung: Erfahrungen und Lösungen werden nicht zuverlässig in Standards, Arbeitsanweisungen und Prozesse überführt.
  • Lean und KVP sind etabliert, aber nicht durchgängig digital unterstützt: Manuelle Aufwände mit Whiteboards, Papier und Excel verlangsamen die täglichen Steuerungs- und Verbesserungsprozesse.
Cover des 3-Minuten-Impulses zur Shopfloor Execution

Wie sieht Shopfloor Execution im Alltag aus?

Wie verändert Shopfloor Execution den Produktionsalltag? 18 typische Schichtmomente zeigen, welchen Unterschied der Ansatz in der Praxis macht.

Alle 18 Schichtmomente ansehen

Wie setzt Scable Shopfloor Execution um?

ScableOne ist das Shopfloor Execution System von Scable. Die Plattform verbindet Produktionsausführung, Mitarbeiterunterstützung, Shopfloor Management und Instandhaltung auf einer gemeinsamen digitalen Grundlage.

Dafür gliedert sich ScableOne in drei Hubs, die je nach Anforderung einzeln eingesetzt oder miteinander kombiniert werden können.

Grafik zum ScableOne Shopfloor Management Hub

Shopfloor-Hub

Shopfloor Management

Führung strukturieren, Abweichungen erkennen, Verbesserungen umsetzen.

Zum Hub
Grafik zum ScableOne Manufacturing Hub

Manufacturing-Hub

Connected Worker

Mitarbeiter unterstützen, Prozesse standardisieren, Fehler reduzieren.

Zum Hub
Grafik zum ScableOne Maintenance Hub

Maintenance-Hub

Digitale Instandhaltung

Wartungen planen, Störungen beheben, Stillstände vermeiden.

Zum Hub

Welche Ergebnisse lassen sich mit Shopfloor Execution erzielen?

Das Bild zeigt die Montagezellen in der Montage der Leuchtmittel bei planlicht

Success Story

Lindner – 31 % weniger Verschwendung

Durch digitales Shopfloor Management und strukturierte Verbesserung konnten Verschwendungen nachhaltig reduziert werden.

Success Story lesen
Cover der ACO-Success Story für ScableOne

Success Story

ACO Haustechnik – 5× mehr nachhaltige PDCA-Maßnahmen

Digitale Prozesse unterstützen dabei, Verbesserungsmaßnahmen systematisch umzusetzen und nachzuverfolgen.

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Benjamin Grünauer, Geschäftsführer bei Siempelkamp, steht mit zwei Mitarbeitenden auf dem Shopfloor

Success Story

Siempelkamp – 39 % weniger ungeplante Ausfallzeit

Durch die Digitalisierung der Instandhaltung konnten ungeplante Stillstände deutlich reduziert werden.

Success Story lesen

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Produktion nicht nur digitalisieren, sondern besser ausführen und verbessern

Screenshot der Scable-Software

Erfahren Sie, wie ScableOne Menschen, Prozesse und Produktionsdaten verbindet, um die tägliche Produktionsarbeit zu unterstützen und kontinuierliche Verbesserung umzusetzen.

Demovideo ansehen

Häufige Fragen zu Shopfloor Execution Systemen

Was ist ein Shopfloor Execution System (SES)? Ein Shopfloor Execution System (SES) ist ein Systemansatz, der Menschen am Shopfloor mit relevanten Informationen aus Produktionsplanung, Maschinen und Prozessen verbindet. Ziel ist es, Produktion wirksam auszuführen, auf Abweichungen zu reagieren und Prozesse kontinuierlich zu verbessern.
Welche Funktionen hat ein Shopfloor Execution System? Zu einem SES können beispielsweise BDE/MDE, Werkerassistenz, Qualität und Instandhaltung ebenso gehören wie Shopfloor Management, Abweichungsmanagement und strukturierte Problemlösung. Einen verbindlich definierten Funktionsumfang gibt es nicht.
Was unterscheidet ein SES von einem MES? MES und SES können sich funktional überschneiden. Während MES insbesondere Fertigungsprozesse digital abbildet, steuert, überwacht und dokumentiert, verbindet Shopfloor Execution Produktionsausführung zusätzlich mit Mitarbeiterunterstützung und kontinuierlicher Verbesserung.
Ist Shopfloor Management dasselbe wie Shopfloor Execution? Nein. Shopfloor Management fokussiert insbesondere Führung, Kennzahlen, Kommunikation und Verbesserung am Shopfloor. Shopfloor Execution verbindet diese Prozesse zusätzlich mit der täglichen Produktionsausführung und relevanten Produktionsinformationen.
Welche Rolle spielt Lean bei Shopfloor Execution? Lean liefert die Prinzipien für stabile Prozesse, die Reduzierung von Verschwendung und kontinuierliche Verbesserung. Shopfloor Execution unterstützt dabei, diese Prinzipien mit der digitalen Produktionsausführung zu verbinden.
Wie lässt sich ein SES in bestehende Produktions-IT integrieren? Ein Shopfloor Execution System kann Informationen aus bestehenden ERP-, MES-, Maschinen- und weiteren Produktionssystemen nutzen und relevante Ist-Daten zurückmelden. Welche Systeme angebunden werden, hängt von der bestehenden IT-Landschaft und den jeweiligen Prozessen ab. Ein SES kann dabei bestehende Systeme ergänzen, ohne sie vollständig ersetzen zu müssen.

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